Methoden der Sexualhygiene
| ← Nächstältere Version | Version vom 12. Oktober 2021, 17:14 Uhr | ||
| Zeile 40: | Zeile 40: | ||
|
== Methoden der Sexualhygiene ==
|
== Methoden der Sexualhygiene ==
|
||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
| − |
Eine der wesentlichen Methoden zur Gewährleistung einer verbreiteten und systematischen Sexualhygiene ist die Aufklärung über deren Notwendigkeit, deren Grundlagen und die Möglichkeiten des Einzelnen. Dies beginnt bei der regelmäßigen Inspektion des Genitals durch den Kinderarzt und entsprechende Anleitung der Eltern zu einer grundlegenden Reinlichkeit, wird in der Schule im Rahmen der [[Sexualkunde]] bei den Heranwachsenden fortgesetzt und wird auch für Erwachsene durch verschiedene öffentliche Einrichtungen wie etwa die deutsche [[Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung]] angeboten. Auch in speziellen Lebenssituationen, beispielsweise Behinderung oder Krankheit wird beispielsweise das [[Pflegepersonal]] auf einen bewussten Umgang mit der veränderten Sexualität und der Anleitung zu einer entsprechend angepassten Intimhygiene hin geschult.<ref>S. Kränzle, U. Schmid, C. Seeger: ”Palliative Care: Handbuch für Pflege und Begleitung.” Springer, 2007, ISBN 3-540-72324-2, S. 114 ff.</ref> Ein bekanntes historisches Beispiel der öffentlichen Aufklärung waren die in den Auslandseinsätzen der Soldaten gezeigten Dokumentarfilme aus den 1940ern und später, die sich mit Sexualhygiene beschäftigten und mit denen versucht wurde, die jungen Männer vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten bei Prostituierten zu schützen.<ref>Beispielsweise “Sex Hygiene” (1942), {{IMDb|tt0034171}}</ref> Nicht zuletzt durch das Aufkommen von AIDS ist die Sexualhygiene zu einem staatenübergreifenden Thema geworden, neben weltweit entstandenen privaten nationalen Initiativen und staatlichen Stellen beschäftigt sich auch die [[Weltgesundheitsorganisation]] mit der Koordination der Aufklärung der Bevölkerung.<ref>[http://www.who.int/hiv/en/ Zusammenfassung der WHO über nationale und internationale Aufgaben und ihre Aufgaben in der AIDS-Prävention und HIV-Behandlung].</ref>
|
+ |
Eine der wesentlichen Methoden zur Gewährleistung einer verbreiteten und systematischen Sexualhygiene ist die Aufklärung über deren Notwendigkeit, deren Grundlagen und die Möglichkeiten des Einzelnen. Dies beginnt bei der regelmäßigen Inspektion des Genitals durch den Kinderarzt und entsprechende Anleitung der Eltern zu einer grundlegenden Reinlichkeit, wird in der Schule im Rahmen der [[Sexualkunde]] bei den Heranwachsenden fortgesetzt und wird auch für Erwachsene durch verschiedene öffentliche Einrichtungen wie etwa die deutsche [[Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung]] angeboten. Auch in speziellen Lebenssituationen, beispielsweise Behinderung oder Krankheit wird beispielsweise das [[Pflegepersonal]] auf einen bewussten Umgang mit der veränderten Sexualität und der Anleitung zu einer entsprechend angepassten Intimhygiene hin geschult.<ref>S. Kränzle, U. Schmid, C. Seeger: ”Palliative Care: Handbuch für Pflege und Begleitung.” Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 3-540-72324-2, S. 114 ff.</ref> Ein bekanntes historisches Beispiel der öffentlichen Aufklärung waren die in den Auslandseinsätzen der Soldaten gezeigten Dokumentarfilme aus den 1940ern und später, die sich mit Sexualhygiene beschäftigten und mit denen versucht wurde, die jungen Männer vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten bei Prostituierten zu schützen.<ref>Beispielsweise ”“Sex Hygiene.“” (1942), {{IMDb|tt0034171}}.</ref> Nicht zuletzt durch das Aufkommen von AIDS ist die Sexualhygiene zu einem staatenübergreifenden Thema geworden, neben weltweit entstandenen privaten nationalen Initiativen und staatlichen Stellen beschäftigt sich auch die [[Weltgesundheitsorganisation]] mit der Koordination der Aufklärung der Bevölkerung.<ref>[[WHO]]: [http://www.who.int/hiv/en/ ”HIV/AIDS.” – Zusammenfassung der WHO über nationale und internationale Aufgaben und ihre Aufgaben in der AIDS-Prävention und HIV-Behandlung] Auf: ”who.int”; abgerufen am 12. Oktober 2021.</ref>
|
|
=== Intimpflege ===
|
=== Intimpflege ===
|
||
|
Zu einer systematischen Sexualhygiene gehören sowohl das tägliche Waschen der äußeren Geschlechtsorgane mit Wasser wie auch der tägliche Wechsel der [[Unterhose]]. Beim männlichen Genital sollte besonderes Augenmerk auf die gründliche Entfernung des [[Smegma]]s gelegt werden, was im Falle eines unbeschnittenen Penis nur durch eine Waschung bei vollständig zurückgezogener Vorhaut zuverlässig möglich ist. Auch beim weiblichen Genital kann sich zwischen den Schamlippen oder um die Klitoris Smegma bilden, das vollständig abgewaschen werden muss.
|
Zu einer systematischen Sexualhygiene gehören sowohl das tägliche Waschen der äußeren Geschlechtsorgane mit Wasser wie auch der tägliche Wechsel der [[Unterhose]]. Beim männlichen Genital sollte besonderes Augenmerk auf die gründliche Entfernung des [[Smegma]]s gelegt werden, was im Falle eines unbeschnittenen Penis nur durch eine Waschung bei vollständig zurückgezogener Vorhaut zuverlässig möglich ist. Auch beim weiblichen Genital kann sich zwischen den Schamlippen oder um die Klitoris Smegma bilden, das vollständig abgewaschen werden muss.
|
||
| − |
Intimduschen für die Vagina können unter Umständen die [[Scheidenflora]] der Frau empfindlich stören und damit die Besiedelung mit Pilzen und Bakterien begünstigen.<ref name=”public health” /> Nur die [[Vulva]] und der Analbereich werden gewaschen. Die Vagina ist ein selbstreinigendes Organ.<ref>W. Branscheid, W. Holtz:
|
+ |
Intimduschen für die Vagina können unter Umständen die [[Scheidenflora]] der Frau empfindlich stören und damit die Besiedelung mit Pilzen und Bakterien begünstigen.<ref name=”public health” /> Nur die [[Vulva]] und der Analbereich werden gewaschen. Die Vagina ist ein selbstreinigendes Organ.<ref>W. Branscheid, W. Holtz: [https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1439-0264.1988.tb00740.x ”Histochemical Examination of the Vaginal Epithelium of Sows at Various Stages of the Estrus Cycle.”] In: ”Anatomia Histologica Embryologica.” März 1988.</ref> Für die Vulva genügt klares Wasser. Seife schädigt die Scheidenflora, weil sie basisch ist. Medizinische Intimwaschlotionen aus der [[Apotheke]] haben für das Scheidenmilieu geeignete Inhaltsstoffe, die die Scheidenflora schützen. Bei der täglichen Reinigung empfiehlt sich eine Begutachtung des Genitals mit Hilfe eines Spiegels und bei Auffälligkeiten wie Brennen, Nässen, Ausfluss, Knötchen, oder Verklebung der Klitorisvorhaut mit der Klitoriseichel, der umgehende Besuch eines [[Dermatologie|Dermatologen]] (Hautarzt) oder eines [[Gynäkologie|Gynäkologen]] (Frauenarzt).
|
|
[[Datei:Bidet Ego Kolo.jpg|mini|Bidet zur Intimwäsche]]
|
[[Datei:Bidet Ego Kolo.jpg|mini|Bidet zur Intimwäsche]]
|
||
| Zeile 53: | Zeile 53: | ||
|
Zur Intimpflege gehört außerdem der Schutz der Genitalien vor der Einbringung von Darmbakterien beim Toilettengang. In manchen, vor allem orientalischen, Ländern wird hierbei die Reinigung mit Wasser, in anderen Regionen wird die trockene Reinigung mit Toilettenpapier bevorzugt. Allen gemein ist die Empfehlung für das weibliche Geschlecht, sich immer von der Harnröhre in Richtung Anus zu reinigen, um Harnwegsinfekte durch bakterielle Verunreinigung zu vermeiden, sowie Waschungen mit der Hand durchzuführen und auf gebrauchte Waschlappen, auf denen Keime siedeln können, zu verzichten. Besonders einfach und zuträglich für die persönliche Hygiene ist die Benutzung eines [[Bidet]]s oder auch eines sogenannten [[Dusch-WC]]s. Darunter versteht man eine Toilette, die mit Warmwasser Vulva und Anus von vorne nach hinten reinigt. Für die Pflege bei [[Urininkontinenz|Urin-]] oder [[Stuhlinkontinenz]] gibt es spezielle Hilfsmittel, die sowohl zur Selbstpflege als auch durch Pflegekräfte eingesetzt werden und die Haut vor Feuchtigkeit und Staunässe schützen.<ref>Brigitte Sachsenmaier: ”Inkontinenz: Hilfen, Versorgung und Pflege.” Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover 1991, ISBN 3-87706-329-2.</ref>
|
Zur Intimpflege gehört außerdem der Schutz der Genitalien vor der Einbringung von Darmbakterien beim Toilettengang. In manchen, vor allem orientalischen, Ländern wird hierbei die Reinigung mit Wasser, in anderen Regionen wird die trockene Reinigung mit Toilettenpapier bevorzugt. Allen gemein ist die Empfehlung für das weibliche Geschlecht, sich immer von der Harnröhre in Richtung Anus zu reinigen, um Harnwegsinfekte durch bakterielle Verunreinigung zu vermeiden, sowie Waschungen mit der Hand durchzuführen und auf gebrauchte Waschlappen, auf denen Keime siedeln können, zu verzichten. Besonders einfach und zuträglich für die persönliche Hygiene ist die Benutzung eines [[Bidet]]s oder auch eines sogenannten [[Dusch-WC]]s. Darunter versteht man eine Toilette, die mit Warmwasser Vulva und Anus von vorne nach hinten reinigt. Für die Pflege bei [[Urininkontinenz|Urin-]] oder [[Stuhlinkontinenz]] gibt es spezielle Hilfsmittel, die sowohl zur Selbstpflege als auch durch Pflegekräfte eingesetzt werden und die Haut vor Feuchtigkeit und Staunässe schützen.<ref>Brigitte Sachsenmaier: ”Inkontinenz: Hilfen, Versorgung und Pflege.” Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover 1991, ISBN 3-87706-329-2.</ref>
|
||
| − |
Im weiteren Sinne gehört die Auswahl und Information über Hygieneartikel für die Pflege während der Menstruation, beispielsweise Kenntnisse über Vor- und Nachteile von [[Damenbinde]]n, [[Tampon]]s und [[Menstruationstasse]]n, deren korrekte Anwendung und Entsorgung zur Intimpflege der Frau. Dies gilt entsprechend für die Verwendung von Vorlagen oder Slipeinlagen im Wochenbett, bei Ausfluss oder Krankheit und die notwendige Wäschepflege um eine Re-Infektion beispielsweise mit Pilzen zu verhindern.<ref name=”seel-gyn” /> Hierzu gehört auch die Wahl der Unterwäsche im Hinblick auf ihre Waschbarkeit und Luftdurchlässigkeit.<ref name=”public health” />
|
+ |
Im weiteren Sinne gehört die Auswahl und Information über Hygieneartikel für die Pflege während der [[Menstruation]], beispielsweise Kenntnisse über Vor- und Nachteile von [[Damenbinde]]n, [[Tampon]]s und [[Menstruationstasse]]n, deren korrekte Anwendung und Entsorgung zur Intimpflege der Frau. Dies gilt entsprechend für die Verwendung von Vorlagen oder Slipeinlagen im Wochenbett, bei Ausfluss oder Krankheit und die notwendige Wäschepflege um eine Re-Infektion beispielsweise mit Pilzen zu verhindern.<ref name=”seel-gyn” /> Hierzu gehört auch die Wahl der Unterwäsche im Hinblick auf ihre Waschbarkeit und Luftdurchlässigkeit.<ref name=”public health” />
|
|
Ebenfalls zur Intimpflege zählt für Frauen das Urinieren nach dem Geschlechtsverkehr: dies wirkt dem Aufsteigen von Bakterien in der Harnröhre entgegen und beugt [[Zystitis|Blaseninfektionen]] vor.<ref>[http://lifestyle.t-online.de/blasenentzuendung-kann-man-von-zu-viel-sex-eine-blasenentzuendung-bekommen-/id_41024024/index ”Mythen rund um die Blase – Blasenentzündung durch zu viel Sex?”] Auf: ”lifestyle.t-online.de”; zuletzt abgerufen am 11. Februar 2016.</ref>
|
Ebenfalls zur Intimpflege zählt für Frauen das Urinieren nach dem Geschlechtsverkehr: dies wirkt dem Aufsteigen von Bakterien in der Harnröhre entgegen und beugt [[Zystitis|Blaseninfektionen]] vor.<ref>[http://lifestyle.t-online.de/blasenentzuendung-kann-man-von-zu-viel-sex-eine-blasenentzuendung-bekommen-/id_41024024/index ”Mythen rund um die Blase – Blasenentzündung durch zu viel Sex?”] Auf: ”lifestyle.t-online.de”; zuletzt abgerufen am 11. Februar 2016.</ref>
|
||
| − |
Abhängig von Tradition, Religion, persönlichen Vorlieben und gesellschaftlichen Trends gehören in manchen Kulturkreisen weitere Maßnahmen zur Intimpflege, ein weit verbreitetes Beispiel hierzu ist die [[Schamhaarentfernung]], die je nach Durchführung auch zu unbeabsichtigten Verletzungen oder Hautirritationen führen kann.<ref>[http://www.the-clitoris.com/german/html/g_shaving.htm ”Kürzen und Rasur der Schamhaare.”] – Hinweise und Methoden; abgerufen am 17. Juni 2008.</ref><ref name=”public health” /> Die entsprechende [[Wundversorgung]] und anschließende Hautpflege gehört in solchen Fällen ebenso zur Sexualhygiene wie beispielsweise die Pflege eines [[Piercing]]s im Genitalbereich.
|
+ |
Abhängig von Tradition, Religion, persönlichen Vorlieben und gesellschaftlichen Trends gehören in manchen Kulturkreisen weitere Maßnahmen zur Intimpflege, ein weit verbreitetes Beispiel hierzu ist die [[Schamhaarentfernung]], die je nach Durchführung auch zu unbeabsichtigten Verletzungen oder Hautirritationen führen kann.<ref>[http://www.the-clitoris.com/german/html/g_shaving.htm ”Kürzen und Rasur der Schamhaare.”] – Hinweise und Methoden. Auf: ”the-clitoris.com”; abgerufen am 17. Juni 2008.</ref><ref name=”public health” /> Die entsprechende [[Wundversorgung]] und anschließende Hautpflege gehört in solchen Fällen ebenso zur Sexualhygiene wie beispielsweise die Pflege eines [[Piercing]]s im Genitalbereich.
|
| − |
=== Hygienisches Handeln bei sexuellen Aktivitäten ===
|
+ |
=== Hygienisches Handeln bei sexuellen Aktivitäten ===
|
| − |
|
||
|
Um das Infektionsrisiko durch unspezifische Keime und durch spezifische Erreger wie krankheitserregende Bakterien, Pilze und Viren zu minimieren, ist vor sexuellen Aktivitäten jeglicher Art hygienisches Handeln erforderlich. Prinzipiell verstehen sich die Maßnahmen der Sexualhygiene unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung. Persönliche Vorstellungen und Voraussetzungen können differieren.
|
Um das Infektionsrisiko durch unspezifische Keime und durch spezifische Erreger wie krankheitserregende Bakterien, Pilze und Viren zu minimieren, ist vor sexuellen Aktivitäten jeglicher Art hygienisches Handeln erforderlich. Prinzipiell verstehen sich die Maßnahmen der Sexualhygiene unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung. Persönliche Vorstellungen und Voraussetzungen können differieren.
|
||
|
|
|
||
| Zeile 70: | Zeile 69: | ||
|
[[Miktion|Entleerung der Blase]] vor und nach dem Geschlechtsverkehr durchspült die Harnröhre, dadurch sinkt die Zahl unspezifischer Keime auch in der Harnröhrenöffnung. Eine weitere Maßnahme ist das Abwaschen des Penis unter der Vorhaut und Waschen der Vulva mit Wasser innerhalb der nächsten Stunden nach dem Sex, da Sperma unter den Hautfalten zum Nährboden für Bakterien wird, die es zersetzen, wobei unangenehme Gerüche entstehen.
|
[[Miktion|Entleerung der Blase]] vor und nach dem Geschlechtsverkehr durchspült die Harnröhre, dadurch sinkt die Zahl unspezifischer Keime auch in der Harnröhrenöffnung. Eine weitere Maßnahme ist das Abwaschen des Penis unter der Vorhaut und Waschen der Vulva mit Wasser innerhalb der nächsten Stunden nach dem Sex, da Sperma unter den Hautfalten zum Nährboden für Bakterien wird, die es zersetzen, wobei unangenehme Gerüche entstehen.
|
||
| − |
Die Methode der [[Empfängnisverhütung]] kann die Zusammensetzung der [[Scheidenflora]] beeinflussen, das hat Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit eine [[bakterielle Vaginose]] zu bekommen.<ref>Noelle Noyes, Kyu-Chul Cho et al.: ‘‘[https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0191625 Associations between sexual habits, menstrual hygiene practices, demographics and the vaginal microbiome as revealed by Bayesian network analysis]‘‘. In: PLOS ONE
|
+ |
Die Methode der [[Empfängnisverhütung]] kann die Zusammensetzung der [[Scheidenflora]] beeinflussen, das hat Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit eine [[bakterielle Vaginose]] zu bekommen.<ref>Noelle Noyes, Kyu-Chul Cho et al.: ‘‘[https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0191625 Associations between sexual habits, menstrual hygiene practices, demographics and the vaginal microbiome as revealed by Bayesian network analysis]‘‘. In: ”PLOS ONE.” 24. Januar 2018.</ref> Für die Gesunderhaltung der Scheidenflora kann mithilfe [[Gynäkologie|gynäkologischer]] Behandlung gesorgt werden, wobei eventuell die Wahl einer anderen Verhütungsmethode Besserung bringen kann.
|
| − |
Hygienemaßnahmen wie vorherige [[Klistier|Spülung]] werden nur für [[Prostatamassage]] und [[Analverkehr]] empfohlen. Für die Prostatamassage verwendet der gebende Partner einen [[Einmalhandschuh]]. Für penile Penetration in den Anus verwendet der penetrierende Partner ein [[Kondom]]. [[Penetration (Medizin)| Eindringen]] in die [[Vagina]] und Berührungen der [[Vulva]] sind nach Kontakt der
|
+ |
Hygienemaßnahmen wie vorherige [[Klistier|Spülung]] werden nur für [[Prostatamassage]] und [[Analverkehr]] empfohlen. Für die Prostatamassage verwendet der gebende Partner einen [[Einmalhandschuh]]. Für penile Penetration in den Anus verwendet der penetrierende Partner ein [[Kondom]]. [[Penetration (Medizin)| Eindringen]] in die [[Vagina]] und Berührungen der [[Vulva]] sind nach Kontakt der Hand, des Penis oder eines [[Sexspielzeug|Sextoys]] mit dem inneren Analbereich zu vermeiden und sind erst nach sehr gründlicher Reinigung wieder möglich. Nach jeglichen analen Praktiken, auch nach Verwendung eines [[Dildo|Analdildos]] oder [[Butt-Plug]]s gehört sofortige gründliche Reinigung zu den Maßnahmen, mit denen die Verbreitung von Keimen verhindert werden kann. Für orale Zärtlichkeiten in dem Bereich wirkt ein [[Lecktuch]] als Barriere.<ref name=”public health” />
|
|
In den Gebrauchsanleitungen von [[Sexspielzeug]]en steht normalerweise, dass sie nicht von mehreren Personen benutzt werden sollen. Ob ein Sextoy nach Desinfektion mit einem im Fachhandel erhältlichen Reinigungsmittel für eine neue Person verwendet wird, ist den Benutzern selbst überlassen.
|
In den Gebrauchsanleitungen von [[Sexspielzeug]]en steht normalerweise, dass sie nicht von mehreren Personen benutzt werden sollen. Ob ein Sextoy nach Desinfektion mit einem im Fachhandel erhältlichen Reinigungsmittel für eine neue Person verwendet wird, ist den Benutzern selbst überlassen.
|
||
| Zeile 78: | Zeile 77: | ||
|
==== Schutz vor spezifischen Krankheitserregern ====
|
==== Schutz vor spezifischen Krankheitserregern ====
|
||
|
[[Datei:Condom on penis 1.jpg|mini|[[Kondom]]]]
|
[[Datei:Condom on penis 1.jpg|mini|[[Kondom]]]]
|
||
| + | |||
| − |
[[Prävention|Präventive]] fachärztliche Untersuchungen vor Beginn sexueller Intimitäten ermöglichen es, die meisten [[Sexuell übertragbare Erkrankung|sexuell übertragbaren Erkrankungen]] schon im Vorfeld auszuschließen oder sie festzustellen und zu behandeln. Eine Ausnahme bildet das [[Humanes Immundefizienz-Virus|HIV]], bei dem eine Infektion von einem vorherigen Partner erst nach etwa drei Monaten nachgewiesen werden kann.<ref>Deutsche Aidshilfe: ”[https://www.aidshilfe.de/geschlechtskrankheiten-test Geschlechtskrankheiten: Test]”</ref>
|
+ |
[[Prävention|Präventive]] fachärztliche Untersuchungen vor Beginn sexueller Intimitäten ermöglichen es, die meisten [[Sexuell übertragbare Erkrankung|sexuell übertragbaren Erkrankungen]] schon im Vorfeld auszuschließen oder sie festzustellen und zu behandeln. Eine Ausnahme bildet das [[Humanes Immundefizienz-Virus|HIV]], bei dem eine Infektion von einem vorherigen Partner erst nach etwa drei Monaten nachgewiesen werden kann.<ref>Deutsche Aidshilfe: ”[https://www.aidshilfe.de/geschlechtskrankheiten-test Geschlechtskrankheiten: Test].” Auf: ”aidshilfe.de”; abgerufen am 12. Oktober 2021.</ref>
|
|
Die Maßnahmen zur [[Prävention]] von Ansteckungen mit sexuell übertragbaren Krankheiten beinhalten nicht nur die allgemeine Intimhygiene beim Sex, sondern besondere Maßnahmen, die unter dem Begriff [[Safer Sex]] zusammengefasst werden. Obgleich diese Methoden hauptsächlich für den Schutz vor einer Infektion mit HIV entwickelt wurden, können dadurch zum Teil auch Ansteckungen mit anderen Geschlechtskrankheiten verhindert werden. Safer Sex sollte prinzipiell bei sogenannten [[One-Night-Stand]]s praktiziert werden, aber auch bei einem neuen Partner, mit dem eine längerfristige Beziehung gewünscht wird, der zuvor schon Sexualkontakte hatte. Bei Beginn einer Partnerschaft ist zu bedenken, dass eine Infektion mit HIV erst etwa drei Monate nach einem zuvor stattgefundenen Risikokontakt mit einem früheren Partner nachgewiesen werden kann, weshalb ein negatives HIV-Testergebnis zu Beginn der neuen Beziehung noch nicht sicher bedeutet, dass keine HIV-Infektion vorliegt. Daher wird auch für diese Wartezeit Safer Sex empfohlen. Damit kann gleichzeitig die Übertragung anderer Infektionen wie beispielsweise [[Hepatitis]], [[Humane Papillomviren|HPV]] und [[Gonorrhoe]] verhindert werden, bei denen erst nach einiger Zeit Symptome auftreten.
|
Die Maßnahmen zur [[Prävention]] von Ansteckungen mit sexuell übertragbaren Krankheiten beinhalten nicht nur die allgemeine Intimhygiene beim Sex, sondern besondere Maßnahmen, die unter dem Begriff [[Safer Sex]] zusammengefasst werden. Obgleich diese Methoden hauptsächlich für den Schutz vor einer Infektion mit HIV entwickelt wurden, können dadurch zum Teil auch Ansteckungen mit anderen Geschlechtskrankheiten verhindert werden. Safer Sex sollte prinzipiell bei sogenannten [[One-Night-Stand]]s praktiziert werden, aber auch bei einem neuen Partner, mit dem eine längerfristige Beziehung gewünscht wird, der zuvor schon Sexualkontakte hatte. Bei Beginn einer Partnerschaft ist zu bedenken, dass eine Infektion mit HIV erst etwa drei Monate nach einem zuvor stattgefundenen Risikokontakt mit einem früheren Partner nachgewiesen werden kann, weshalb ein negatives HIV-Testergebnis zu Beginn der neuen Beziehung noch nicht sicher bedeutet, dass keine HIV-Infektion vorliegt. Daher wird auch für diese Wartezeit Safer Sex empfohlen. Damit kann gleichzeitig die Übertragung anderer Infektionen wie beispielsweise [[Hepatitis]], [[Humane Papillomviren|HPV]] und [[Gonorrhoe]] verhindert werden, bei denen erst nach einiger Zeit Symptome auftreten.
|
||