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er als Ingenieur der chemischen Technik verließ. Zum Ende des Jahres 1892 begann er seine Tätigkeit in den väterlichen ”Glashüttenwerken Max Mühlig”. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ Josef Mühlig in der Gottfried-Keller-Straße (heute ”ul. Karla Čapka 18”) im Teplitzer Ortsteil Schönau (”Šanov”) nach Plänen des Baumeisters Wilhelm Palme eine repräsentative zweigeschossige Villa errichten.
 
er als Ingenieur der chemischen Technik verließ. Zum Ende des Jahres 1892 begann er seine Tätigkeit in den väterlichen ”Glashüttenwerken Max Mühlig”. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ Josef Mühlig in der Gottfried-Keller-Straße (heute ”ul. Karla Čapka 18”) im Teplitzer Ortsteil Schönau (”Šanov”) nach Plänen des Baumeisters Wilhelm Palme eine repräsentative zweigeschossige Villa errichten.
 
[[Datei:Teplice-Karla-Capka-18-1.jpg|mini|Villa Mühlig in Teplice-Šanov]]
 
[[Datei:Teplice-Karla-Capka-18-1.jpg|mini|Villa Mühlig in Teplice-Šanov]]
1908 gründete Mühlig zusammen mit seinem Bruder im ungarischen [[Salgótarján]] eine neue Tafelglashütte. Im Jahre 1910 reiste Josef Mühlig in die [[USA]] und besuchte die American Window Glass Company in [[Pittsburgh]]. Sein besonderes Interesse galt der Mechanisierung der Fensterglasproduktion, um das gesundheitsschädliche Mundblasen abzulösen. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er 1915 die technische Leitung der ”Glashüttenwerken Max Mühlig”, kaufmännischer Leiter wurde sein Bruder Anton. Während dem Ersten Weltkrieg beschäftigte sich Josef Mühlig mit dem 1902 von [[Émile Fourcault]] patentierten, jedoch noch unausgereiften [[Fourcault-Verfahren]] zur maschinellen Herstellung von Fensterglas. Mühlig erhielt 1916 durch den Generalgouverneur [[Moritz von Bissing]] die Erlaubnis, die seit der Besetzung und Jahre 1914 stillgelegte Fourcaultsche Glasfabrik in [[Dampremy]] wieder in Betrieb zu nehmen, um das Verfahren zur Reife zu bringen. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges erfolgte die Fensterglasproduktion in Dampremy unter Regie der ”Österreichischen Handelsgesellschaft Vereinigter Tafelglasfabriken”. 1919 wandte Josef Mühlig als erster nach dem Erfinder das Fourcaultsche Verfahren mit sieben Maschinen in der ”Maxhütte” in [[Hostomice nad Bílinou|Hostomitz]] an und beschäftigte sich seitdem mit dessen Verbesserung. Auch die Zerstörung der ”Marienhütte” in [[Řetenice (Teplice)|Settenz]] durch ein Großfeuer im Jahre 1919 konnte den Aufschwung des Unternehmens nicht ausbremsen.<ref>[https://audioteplice.cz/text.de.php?id=15 Die Mühlig-Villa]</ref> Für die Flaschenproduktion führte Mühlig als erster in Österreich-Ungarn das in den USA entwickelte vollautomatische Owens-Verfahren ein.
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1908 gründete Mühlig zusammen mit seinem Bruder im ungarischen [[Salgótarján]] eine neue Tafelglashütte. Im Jahre 1910 reiste Josef Mühlig in die [[USA]] und besuchte die American Window Glass Company in [[Pittsburgh]]. Sein besonderes Interesse galt der Mechanisierung der Fensterglasproduktion, um das gesundheitsschädliche Mundblasen abzulösen. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er 1915 die technische Leitung der ”Glashüttenwerken Max Mühlig”, kaufmännischer Leiter war seit 1899 sein Bruder Anton. Während dem Ersten Weltkrieg beschäftigte sich Josef Mühlig mit dem 1902 von [[Émile Fourcault]] patentierten, jedoch noch unausgereiften [[Fourcault-Verfahren]] zur maschinellen Herstellung von Fensterglas. Mühlig erhielt 1916 durch den Generalgouverneur [[Moritz von Bissing]] die Erlaubnis, die seit der Besetzung und Jahre 1914 stillgelegte Fourcaultsche Glasfabrik in [[Dampremy]] wieder in Betrieb zu nehmen, um das Verfahren zur Reife zu bringen. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges erfolgte die Fensterglasproduktion in Dampremy unter Regie der ”Österreichischen Handelsgesellschaft Vereinigter Tafelglasfabriken”. 1919 wandte Josef Mühlig als erster nach dem Erfinder das Fourcaultsche Verfahren mit sieben Maschinen in der ”Maxhütte” in [[Hostomice nad Bílinou|Hostomitz]] an und beschäftigte sich seitdem mit dessen Verbesserung. Auch die Zerstörung der ”Marienhütte” in [[Řetenice (Teplice)|Settenz]] durch ein Großfeuer im Jahre 1919 konnte den Aufschwung des Unternehmens nicht ausbremsen.<ref>[https://audioteplice.cz/text.de.php?id=15 Die Mühlig-Villa]</ref> Für die Flaschenproduktion führte Mühlig als erster in Österreich-Ungarn das in den USA entwickelte vollautomatische Owens-Verfahren ein.
   
 
Die ”Glashüttenwerke Max Mühlig”, bereits seit 1907 Großaktionär der ”Österreichischen Glashüttenwerke AG” in [[Ústí nad Labem|Aussig]], übernahmen das nach der Gründung der [[Tschechoslowakei]] als ”Union-Glashütten AG” firmierende Aussiger Unternehmen im Jahre 1924 gänzlich und fusionierten es zur ”Mühlig-Union Glashütten AG”, die seit 1926 ihren Sitz in Settenz hatte. Im Jahre 1926 arbeiteten in Aussig und Hostomitz sechs Maschinen nach dem Owens-Verfahren. 1931 erwarb die Gesellschaft zudem noch alle Aktien der ”Helmstedter Glasindustrie AG” in [[Helmstedt]]. Im Jahre 1940 wurde auch die ”Fischmann Söhne AG” in Teplitz-Schönau, ein Hersteller von [[Stangenglas]] für die Gablonzer Schmuckindustrie und [[Glasbaustein]]en eingegliedert. Das Portfolio der ”Mühlig-Union Glasindustrie AG” umfasste Flach-, Matt- und Eisglas, Flaschen und Ballons, nichtsplitterndes Sicherheitshart- und Verbundglas, wärmedämmende Doppelfenster, Transparentglas, Weiß-, Hohl-, Verpackungs- und Wandbekleidungsglas. Für die Luftwaffe erfolgte die Produktion von “Thorax-Sicherheitsglas”.<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/BCKJDULI5ZTIEIAC235NBMZA5FAWEN24 Bundesarchiv, BArch R 3/3872: ”Mühlig-Union Glasindustrie AG, Teplitz-Schönau.- Thorax- Sicherheitsglas für Zwecke der Luftwaffe”]</ref> Mühligs Unternehmen galten als modernster Flachglasproduzent in Kontinentaleuropa<ref>[https://audioteplice.cz/text.de.php?id=15 Die Mühlig-Villa]</ref> und waren auch in sozialer Hinsicht Musterbetriebe.
 
Die ”Glashüttenwerke Max Mühlig”, bereits seit 1907 Großaktionär der ”Österreichischen Glashüttenwerke AG” in [[Ústí nad Labem|Aussig]], übernahmen das nach der Gründung der [[Tschechoslowakei]] als ”Union-Glashütten AG” firmierende Aussiger Unternehmen im Jahre 1924 gänzlich und fusionierten es zur ”Mühlig-Union Glashütten AG”, die seit 1926 ihren Sitz in Settenz hatte. Im Jahre 1926 arbeiteten in Aussig und Hostomitz sechs Maschinen nach dem Owens-Verfahren. 1931 erwarb die Gesellschaft zudem noch alle Aktien der ”Helmstedter Glasindustrie AG” in [[Helmstedt]]. Im Jahre 1940 wurde auch die ”Fischmann Söhne AG” in Teplitz-Schönau, ein Hersteller von [[Stangenglas]] für die Gablonzer Schmuckindustrie und [[Glasbaustein]]en eingegliedert. Das Portfolio der ”Mühlig-Union Glasindustrie AG” umfasste Flach-, Matt- und Eisglas, Flaschen und Ballons, nichtsplitterndes Sicherheitshart- und Verbundglas, wärmedämmende Doppelfenster, Transparentglas, Weiß-, Hohl-, Verpackungs- und Wandbekleidungsglas. Für die Luftwaffe erfolgte die Produktion von “Thorax-Sicherheitsglas”.<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/BCKJDULI5ZTIEIAC235NBMZA5FAWEN24 Bundesarchiv, BArch R 3/3872: ”Mühlig-Union Glasindustrie AG, Teplitz-Schönau.- Thorax- Sicherheitsglas für Zwecke der Luftwaffe”]</ref> Mühligs Unternehmen galten als modernster Flachglasproduzent in Kontinentaleuropa<ref>[https://audioteplice.cz/text.de.php?id=15 Die Mühlig-Villa]</ref> und waren auch in sozialer Hinsicht Musterbetriebe.